Service Innovationsprozess am Beispiel der Elektromobilität (eIT)

IT-gestützte Innovationen und daraus entwickelte Lösungen gewinnen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit (vgl. Abbildung 1) von Unternehmen. Dies wird insbesondere im Kontext der Elektromobilität deutlich. Der Einsatz von Informationstechnik ermöglicht es hier, beispielsweise noch vorhandene Defizite bestehender Antriebskonzepte durch intelligente Routenplanung bzw. Lademanagement zu kompensieren. So können bereits frühzeitig elektrisch angetriebene Fahrzeuge angeboten werden. Gleichermaßen ermöglicht erst der sinnvolle Einsatz von IT die Synchronisation und Kopplung verschiedener Stakeholder im Kontext der Elektromobilität. Der Informationsaustausch zwischen Fahrzeughersteller, Energielieferanten und Energiedistributoren stellt eine Grundvoraussetzung von Elektromobilität dar. Hierfür ist es notwendig, IT-Innovationen zu erkennen und deren Nutzung und Umsetzung in neue Lösungen zu sicherzustellen und zu steuern.

Abbildung 1: Potenziale IT-gestützter Innovationen für die Elektromobilität

Ausgangssituation

Für IT-Innovationen im Fahrzeug wurden bereits im Projekt „Mobile Dienste im Auto der Zukunft“ (MACS) erste Grundlagen für eine umfassende Betrachtung des gesamten Innovations- und Entwicklungsprozesses neuer Dienste im Fahrzeug vorgeschlagen. Es hat sich gezeigt, dass es nicht allein genügt technische Innovationen aufzugreifen, sondern dass man diese stets in ihrem betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und technischen Kontext betrachten und realisieren muss. So werden zunächst Rahmenbedingungen neuer Informations- und Kommunikationstechnik analysiert um deren zentrale Anforderungen ableiten zu können. Auf dieser Basis können anschließend Geschäftsmodelle und eine ganzheitliche Lösung, etwa für die Elektromobilität erarbeitet werden.

Abbildung 2: Perspektiven auf die Entwicklung einer IT-Architektur für Elektromobilität

Wie in obiger Abbildung anschaulich gezeigt, ist die Entwicklung einer innovativen IT-Architektur für Elektromobilität ein komplexer und aufwendiger Prozess, der aufgrund seines dynamischen Charakters stets in unterschiedlichen Ausprägungen durchlaufen wird. Die Frage, welche Potenziale neuer Informations- und Kommunikationstechnik für die Entwicklung entsprechender IT-Plattformen für die Elektromobilität ausgenutzt werden sollten, ist dabei noch eine vorgelagerte Problemstellung.

Hierfür sind drei Dimensionen zu berücksichtigen. Zum einen müssen in einer wertorientierten Dimension potenzielle Stakeholder in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Die realitätsnahe Demonstration der IT-Komponenten in einer Elektromobilitätsinfrastruktur und deren Wertbeitrag für die Stakeholder ermöglicht die Identifikation und Gewinnung von Promotoren für die Etablierung und Durchsetzung der entsprechenden Innovation. Insbesondere für fahrzeugnahe Komponenten kann hier bereits auf Erfahrungen aus dem Projekt HIMEPP („Highly Integrated Modular Embedded Prototyping Platform“) zurückgegriffen werden. Ebenso können Ergebnisse des Nachfolgeprojekts HIMEPP Graphical Workbench verwendet werden.

Realisierung

Aus einer prozessualen Dimension müssen die notwendigen Schritte der Identifikation, Analyse und Bewertung der IT-Komponenten sowie deren Überführung in den Prozess der Lösungsentwicklung koordiniert werden. Dabei sind potenzielle Lösungsideen und zu Grunde liegende technische Entwicklungen beispielsweise im Kontext der Elektromobilität zu bewerten und entsprechend zu steuern. Dabei muss insbesondere die Interaktion zwischen den einzelnen Fachabteilungen im Fokus stehen. Erst eine zielgerichtete Kommunikation von Innovationspotenzialen sowie deren Abgleich mit entsprechenden Bedarfen ermöglicht die Identifikation besonders hoher Wertbeträge durch innovative IT-gestützte Lösungen.

Damit wird schließlich die Dimension der Entwicklungssteuerung begründet. Die verschiedenen Innovationspotenziale, deren Überführung in Lösungsprototypen und die anschließende Umsetzung, Einführung und Durchsetzung der Innovation bedarf ganzheitlicher und integrierter Planungs-, Steuerungs-, Koordinations- und Kontrollverfahren. Insbesondere im Bereich der Elektromobilität ist in naher Zukunft mit einem hohen Innovationsdruck zu rechnen. So müssen die strategischen Vorgaben und gesetzliche Anforderungen einheitlich als Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt und kontrolliert werden.

Abbildung 3: Entwicklung eines eIT Modelers

Der zweite Aspekt besteht in der parallelen Konzeption und Umsetzung des eIT Modelers. Ziel ist ein integriertes Werkzeug, welche die integrierte Entwicklung und Kommunikation von Prozessen, Komponenten und Funktionen für eine IT-Architektur für Elektromobilität ermöglicht. Hierfür werden entsprechend den oben genannten Dimensionen Funktionen angeboten, die die Einbindung von Stakeholdern ermöglicht, die Durchführung notwendiger Aktivitäten unterstützt und geeignete Verfahren der Planung, Steuerung und Kontrolle bereitstellt. So werden etwa entsprechende soziale und organisatorische Netzwerke abgebildet, Reifegrade bestimmter technischer Entwicklungen vorgehalten bzw. Nutzungsszenarios für bestimmte IT-Fähigkeiten ermittelt.

Ansprechpartner

Benjamin Schwering

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